Feste

Was zeigt uns der Wald im September:

Nun, allmählich, wird es Herbst. Morgens sind häufig „Nebelelfen“ anzutreffen, die wie Seidenschleier Täler, Wiesen und Felder umhüllen. Erst wenn sich die Sonne im Laufe des Vormittags durch die Wolken gearbeitet hat, lösen sich die Nebelfelder wieder auf. Die feuchten Gräser und Blätter erstrahlen im Sonnenlicht in schönem Glanz.

Warme Tage im September werden häufig auch als „Altweibersommer“ bezeichnet. Vielleicht erinnern die silbrigen Spinnweben an das graue Haar von alten warmherzigen Frauen, die früher in Spinnstuben saßen und Märchen erzählten. Mag sein, dass man diese Jahreszeit deshalb so nennt. Wie dem auch sei, das letzte Intermezzo des Sommers sollten wir ausgiebig genießen und uns so richtig daran erfreuen.

Dies haben wir gemeinsam noch am vergangenen Wochenende im Garten eines ehemaligen Sonnenkindes gemacht. Es war wieder wunderschön zu beobachten, was für schöne individuelle Saitenspiele entstanden sind. Die Väter und Mütter entwickelten eine liebevolle Schaffenskraft und die Kinder spürten diese wunderschöne Energie und übernahmen diese in ihr freies Spiel.

Unser Erntedankfest am 08.10. :

Die Kinder kamen bereits einen Tag vorher freudestrahlend mit ihren kleinen Gemüsekörbchen in den Kindergarten. Nachdem wir das Gemüse „sinnlich“ von Hand zu Hand gereicht hatten, begannen wir singend „wer will fleißige Handwerker sehen, der muss zu uns Köche gehen, schneidet fein, schneidet fein, die Suppe wird bald fertig sein… das Gemüse zu „schnippeln“.

Am Ernte-Dank-Fest begrüßten die Kinder die Eltern dann mit dem „Herbstreigen“.

Die leckere selbstgemachte Suppe und das knusprigen Stockbrot am Lagerfeuer war wieder ein Gaumenschmaus.

Michaelsfest:

Die Sonnenkinder feierten am 22.10. vor dem Sternenwagen ganz beseelt das Michaelsfest

Die wunderschönen Michaelsschwerter glitzerten förmlich in der Sonne und leuchteten, je länger – je lieber, so wie es auch die Kinderaugen taten.

Die „großen“ Sonnenkinder schlüpften heute noch einmal vor ihren Eltern und Großeltern in die Rolle einer Prinzessin, eines Ritters, eines Turmes und eines Drachen und sangen im Reigen von dem Mut und der Kraft, die sie auf dem Weg zur und in die Schule im Herzen begleitet.

Der selbst gebackene „feuerspuckende“ Drache schmeckte mit Honig besonders gut.

Erklärung zu unserem rituellen St. Michaels –Fest:

Am 29. September, wenige Tage nach der Herbst-Tag- und Nachtgleiche ist nach dem Kalender der eigentliche Michaelstag.

Michaeli gehört zu den Festen, die bildhaft dazu beitragen, die Kinder auf das Weihnachtsfest vorzubereiten.

Der Erzengel Michael, der den Drachen besiegt, ist mit der Tat ein Bild dafür, dass wir mit wachem Bewusstsein durch das Leben gehen sollten, um zu erkennen, was gut für uns ist und was nicht. Der Drache nimmt in der Symbolik unserer dualen Welt die sogenannte dunkle Seite ein, denn jedes Licht bringt ja auch einen Schatten mit sich.

Uns ist es ein großes Anliegen die Sinnigkeit dieses nicht so bekannten Festes mit den Sonnenkinder zu erspüren, weshalb sie im Ritterspiel in die unterschiedlichen Rollen eintauchen dürfen.

Die Kräfte der Natur, die auch in vielen Märchen bildhaft dargestellt sind, werden dabei den Kindern bewußt gemacht. Es ist für unsere Kinder so heilsam, zu sehen, dass am Ende eines Märchens, doch immer das Gute gewinnt.

Es ist ein ganz besonderes Fest für die „Sonnenkinder“, da diese in ihrem letzten Kindergartenjahr erspüren dürfen, wie bestimmte Energien in ihnen wirken. Ein Beispiel dafür ist der Zahnwechsel, der nicht spurlos an den Kindern vorbeizieht, denn nicht umsonst sagt ein altes Sprichwort: „Wackeln die Zähne, wackelt die Seele!“

Durch das Schnitzen, Feilen und Schleifen am „Michaelsschwert“ üben sich die Kinder darin ihre Kräfte zu zentrieren, was sich dann später in der Schule im Kongnitiven – der Konzentrationsfähigkeit – widerspiegelt. Man könnte es auch so ausdrücken, dass diese „Arbeit“ in und mit der Natur, die Kinder erdet und ihnen die Sicherheit und Stärke schenkt, die sie als Schulkind und auch darüber hinaus zu ausgeglichenen Menschen macht.

Was zeigt uns der Wald im November:

Wenn Väterchen Frost in der Nacht die Natur mit einem Zuckerguss überzogen hat, zeigt sich uns der Wald morgens mit einem neuen Gesicht. In den letzten Wochen wurde es während der „Leisezeit“ an unserem Brotzeitplatz immer stiller – kein Vogelgezwitscher war zu hören, nur von den Blättern, die manchmal wie übergroße bunte Regentropfen von den Bäumen fielen, konnten wir ein leises Rauschen vernehmen. Besonders viel Freude bereitet es den kleinen und großen Waldfüchsen zur Zeit durch den „Kinderwald“ zu laufen. Der Waldweg – mit Blättern übersäht – ist ein Genuss des rascheln und ruschelns unter den Füßen. Hier und dort werden kleine Laubhaufen für Igelwohnungen aufgeschüttet und die schönsten Blätterkunstwerke werden gesammelt.

Auch der Monat November wird mit zwei Festen ausgeschmückt, wobei wir „Licht“ in die Dunkelheit bringen werden. Mit den Kindern singen wir in den nächsten Wochen einen Zwergenreigen, basteln Laternen und erspüren die Stimmungen dieser Jahreszeit unter anderem mit Geschichten, Puppenspiel und Märchen.

Lichterfest:

Am Freitag, den 15.11. läuteten wir um 16:45 Uhr mit unserer „Märchenfraumelodie“ das Puppenspiel ( „Das Laternenmädchen“) für unser Lichterfest ein. Anschließend bekamen die Kindergartenkinder ihre Laternen, die sie so kunstvoll bemalt hatten. Diese wurden dann im Kreis nacheinander zum „Strahlen“ gebracht. Während des Laternenumzuges „hüllten“ die Singstimmen der Erwachsenen die Kinder ein und das innige Spiel des „Zwergenreigens“ brachte sogar die Edelsteinen zum Leuchten. Am Eingangstor zum „Fuchsbau“ bekam jeder Besucher in einer teilenden Geste eine Hälfte von den leckeren selbergebackenen Martinssemmeln.

Das Lichtermeer der sogenannten „Zwergenlichter“ vor unserem „Fuchsbau“ ließ nicht nur Kinderherzen höher schlagen.

Das leckere vegetarische Chili mit Baguette und Punsch rundete dieses schöne Fest ab und ließ uns das kühle Naß von oben ganz vergessen.

Adventsgärtlein am Dienstag, den 26.11. um 17:30 Uhr vor dem „Fuchsbau“:

… eine besondere Freude ist das „Adventsgärtlein“, was vor vielen Jahren in einem heilpädagogischen Heim in Arlesheim bei Dornach begonnen wurde. Die weisheitsvolle Schönheit dieses kindlichen Spiels war so überzeugend, dass es in vielen Kindergärten zu einer alljährlichen festlichen Gewohnheit geworden ist…

Ein Weg führte langsam ins Innere einer aus Moos und Zweigen gelegten Spirale hin zu einem hohen Licht. Als bereits die Dämmerung begann leuchtete das einzige hohe Licht in der Mitte still. Vor der Spirale lagen die Äpfel mit den Kerzen.

Nun kamen die Kinder leise und erwartungsvoll und setzten sich zu diesem dunklen „Garten“. In andächtiger Stimmung hörten wir die Geschichte von Mariens` Weg. So wie wir an Weihnachten die Wärme und das Licht durch Christus erspüren dürfen, so machte sich nun ein Kind nach dem anderen auf den Weg nach innen zu der großen Kerze, um sein eigenes kleines Licht zu entzünden. Alle nahmen Anteil am Tun der Kinder und begleiteten dieses mit den Liedern der Vorweihnachtszeit, welche wir so lange wiederholten, bis jedes Kind sein „Apfellicht“ auf seinen, auf der Spirale liegenden Stern gestellt hatte.

Als dann die ganze Spirale hell erleuchtet war, liessen wir dies kurz auf uns wirken und gaben diese besinnliche Stimmung dann mit nach Hause mit, indem wir jedem Kind seine „Apfelkerze“ überreichten. … damit dieses Licht auch zu Hause Wärme verbreitet … und der Apfel durfte natürlich ganz bewusst im Kreis der Familie verspeist werden.

Es ist ein unendlich einfacher Brauch, aber doch tief weisheitsvoll. In den Herzen der Kinder findet dieses Bild, des langsam immer heller werdenden “Adventsgärtleins“ einen festen Platz und es erfüllt die kindliche Seele mit Frieden.

Es ist eine ruhige und besinnliche Einstimmung in die Advents- und Vorweihnachtszeit.

Was zeigt uns der Wald im Dezember:

Das Adventsgärtlein erhellte mit seinem sanften Licht und dieses Leuchten spiegelte sich nicht nur äußerlich durch die vielen „Zwergenlichter“ in den Kinderaugen wieder, nein auch die Herzen der Kinder spürten diese wohlig warme Stimmung. Die Kinder haben die Apfellichter so achtsam und bewusst an der großen Kerze entzündet und damit eine wunderschön leuchtende Adventsspirale, in der Gemeinschaft, zum Strahlen gebracht. Was könnte prägender sein und was könnte den Monat Dezember stimmungsvoller einhüllen.

Ja, alle Jahre wieder… erinnern wir uns durch das Weihnachtsfest daran, wie hell es um und in uns sein könnte oder vielleicht auch ist … spüren eine tiefe Verwurzelung mit unserer „Mutter Erde“ und ein Verbundenheit mit den Elementen…

Tragt in die Welt nun ein Licht,
sagt allen fürchtet euch nicht,
Gott hat euch lieb Groß und Klein,
seht nun den hellen Schein…

Nikolaus:

Am Freitag, den 06. Dezember zog, ein uns allen bekannter Geselle durch den Wald und ließ den Weg mit „Sternenstaub“ und „Sternenglanz“ für Kinderaugen „erstrahlen“. Er hinterließ einen mit Nüssen, Äpfeln, Mandarinen, Lebkuchen, 20 Goldnüssen und einer „Himmelspost“ bestückten Jutesack am Sternenwagen für unsere Waldkinder. Diese Gaben verspeisten wir mit den Kindern gleich an den nächsten Vormittagen gemeinsam, da wir den immer mehr werdenden „Nikolauskonsum“ nicht teilen möchten. Nur eine mit Samenkörnern gefüllte goldene Nuss bekam jedes Kind mit nach Hause, welche dann im Frühjahr geknackt und als Ostergras gesät werden darf. Dieses Ritual lieben die Kinder, da es ein Symbol für die winterliche Hülle der „Mutter Erde“ ist.

Weihnachtsfest am 20. Dezember:

In den letzten Wochen durften die Kinder im „Krippenspiel“ in täglich wechselnde Rollen eintauchen. Dieser bewußte Rollentausch ermöglicht den Kindern sich in unterschiedliche Persönlichkeiten bzw. Tiere hineinzuversetzen, wobei nicht das Sprechen der Texte im Vordergrund steht, sondern die Empathiefähigkeit im gemeinsamen Tun.

Die Eltern und Großeltern wurden von den Kindern in freudiger Erwartung vor dem Sternenwagen empfangen. In einer bewußten Geste wurde jedes Kind mit einer liebevollen Hand in eine Rolle für das „Krippenspiel“ gehüllt. Es war eine Freude zu sehen, wie die Kinder in ihre Rollen als Maria, Josef, Engel, Ochs, Esel, Hirten und Schafe „lebten“. Zu Plätzchen und Punsch sangen wir in der natürlichen Ruhe des Waldes Weihnachtslieder und zum Abschluss durften die Kinder ihre selbstgekneteten „Weihnachtskripplein“, welche mit den Schätzen des Waldes bestückt wurden mit nach Hause nehmen.

Was zeigt uns der Wald im Januar:

…wie schön war es letzte Woche – nach der Wintersonnwende am 21. Dezember, den Weihnachtstagen, den Raunächten und Hl.-Drei-König – wieder täglich in die Natur, sprich den Wald eintauchen zu dürfen. Trotz der doch sehr milden Temperaturen begrüßt uns morgens dennoch meistens „Väterchen Frost“ mit einem glitzern und funkeln und der Himmel zeigt uns über dem Zenit sein schönstes Farbenspiel. Die Luft scheint momentan besonders frisch und sauber zu sein und es ist eine wahre Freude, den Vögeln bei der Futtersuche ein Auge zu schenken und ihrem lieblichen Gesang zu lauschen.

Ja, es ist auch im neuen Jahr wieder ein Geschenk für die Kinder und deren Erzieher, mit den Elementen in der Natur eins sein zu dürfen.

Die Sonnen- und Mondenkinder können sich vielleicht noch an die „königliche Zeit“ vom letzten Jahr erinnern, als die Kinder statt in das Krippenspiel vor Weihnachten, in das „Königsspiel“ – bis Maria Lichtmeß (2. Januar) – in die Rollen eintauchen durften.

Diese Rollenspiele werden wir im zweijährigen Wechsel in den Jahresrhythmus einbauen, weshalb wir in den nächsten Wochen das „Drei-Königspuppenspiel“ machen werden und die Legende der Hl.Drei-Könige vorlesen.

Des Weiteren hoffen wir durch dementsprechende Kreisspiele, Märchen, Lieder, Geschichten und Schneeflocken aus Filzwolle, dass Frau Holle endlich ihre Betten fleißig über uns ausschüttelt und uns mit reichlich Eis und Schnee belohnt, damit wir doch noch mal auf den Schlittenberg gehen können.

Was zeigt uns der Wald im Februar:

milde, sonnige und nahezu windstille Momente, wechseln sich mit stürmisch nasskaltem lustigem Schneetreiben ab. Man hat den Anschein, als wolle sich Mutter Natur in diesem Jahr nicht so richtig auf den frostigen Winter einlassen. Immer wieder werden wir von heftigen Stürmen durchgeblasen, welche doch eher an den Herbst erinnern.

Na ja, es ist halt immer wieder wundersam sich auf die Launen der Natur einlassen zu dürfen, die sich glücklicherweise nicht von Menschenhand steuern lassen.

Zur Freude der Kinder haben wir mittlerweile auch schon eine sich immer mehr ausbreitende „Matschlandschaft“ vor unserem Fuchsbau, welche nicht nur die Stiefel mittags oft recht schwer werden lässt. Frühlingsboten der Lüfte und der Erde lassen sich im Sonnenschein gerne blicken und verzaubern unsere Sinne mit ihren Düften, den Farben und dem fröhlichen Gezwitscher.

Seit dem 02. Februar (Maria Lichtmeß) spüren wir deutlich das sich mehrende Tageslicht, trotz alledem sind wir laut Kalender noch im Winter, was wir den Kindern mit Liedern, Geschichten, Fingerspielen und einem Reigen bewusst machen.

Jeden zweiten Donnerstag werden wir mit den Kindern wieder etwas Leckeres über dem Feuer kochen.